Im Krankenhaus

In der Notaufnahme wurde gleich geröntgt und untersucht und vor allem wurde unglaublich viel Wasser über einen Tropf in mich hinein gepumpt. Bei meinem Trinkverhalten kein Wunder, dass sie meinten ich wäre dehydriert. Es wurden vorläufige Diagnosen gestellt, die nicht gerade gut klangen: ein Stück Zahn abgebrochen, Nase zweifach gebrochen, überall aufgeschürft und was mir am meisten Angst machte, eine gebrochene Kniescheibe.

Viel mehr sollte am Abend nicht mehr passieren. Ich bekam eine Schiene ans Knie damit ich es nicht mehr bewegen konnte. Die Abschürfungen waren, typisch Krankenhaus, nicht von großem Interesse und wurden nur grob sauber gemacht und abgedeckt. Zur Beobachtung musste ich auf der Intensivstation "schlafen", da bei einem solchen Unfall ja auch innere Verletzungen passiert sein könnten. Viel Schlaf bekommt man übrigens nicht, wenn einem alle zwei Stunden in die Augen geleuchtet wird, um die Pupillenreflexe zu testen.

Im Endeffekt will ich garnicht viel mehr darüber schreiben. Wie es um die Zustände in deutschen Krankenhäusern steht werden die meisten von euch wissen. Im Lauf des Donnerstags durfte ich auf die normale Station und erfuhr, dass meine Nase nichtmal einmal, sondern überhaupt nicht gebrochen war. Zu meinem Knie konnte mir immernoch niemand etwas sagen, also immernoch Ruhe halten, nicht aufstehn und das was mir persönlich am schlimmsten vorkam: jedes mal die Schwester klingeln, wenn man mal auf die Toilette musste.

Freitagmorgen, die Visite kam natürlich genau in dem Moment als ich im Bad war. Ich hatte zwar schon nach der Schwester geklingelt und rief auch nach draußen, dass ich schon fertig wäre, aber die Ärzte gingen trotzdem einfach wieder. Also wieder nichts wegen meinem Knie erfahren und wieder warten. Nach gefühlt 100 mal nachfragen und nerven kam die Ärztin um 13 Uhr endlich nochmal, sprach mit meiner Zimmernachbarin und wäre, wenn ich sie nicht aufgehalten hätte, wieder einfach gegangen. Jetzt erfuhr ich endlich, dass auch im Knie nichts gebrochen, sondern nur geprellt war.

Wieder erfuhr ich nur auf Nachfrage, dass das heißt dass ich jetzt eigentlich nach Hause kann, sonst hätte man mich wieder unwissend sitzen gelassen. Die Schiene kam ab und ich könnte jetzt nach Hause gehen. Komisch nur dass ich nicht sofort aufspringen und munter nach Hause laufen konnte. Naja es dauerte noch eine Weile, ich bekam doch Krücken und konnte gegen Abend endlich nach Hause.

Jetzt hab ich doch schon wieder viel zu viel geschrieben, aber ich könnte mich noch viel ausgiebiger darüber aufregen. Es ist einfach traurig, wie man in Krankenhäusern teilweise behandelt wird und ja, mir ist durchaus bewusst, dass das Personal selbst fast nie die Schuld daran trägt.

15.2.15 22:17

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